{"id":1049,"date":"2012-06-29T02:03:11","date_gmt":"2012-06-29T01:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/billys-reisen.de\/?page_id=1049"},"modified":"2022-05-12T22:39:32","modified_gmt":"2022-05-12T20:39:32","slug":"schwarze-perlen-in-der-wuste","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/billys-reisen.de\/?page_id=1049","title":{"rendered":"Schwarze Perlen in der W\u00fcste"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1090\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/billys-reisen.de\/?attachment_id=1090\" rel=\"attachment wp-att-1090\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1090\" class=\"size-large wp-image-1090\" title=\"DSCI2053 - Vorhut f\u00fcr Katroun\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI2053-Vorhut-f%C3%BCr-Katroun.jpg?resize=640%2C480\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI2053-Vorhut-f%C3%BCr-Katroun.jpg?resize=1024%2C768 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI2053-Vorhut-f%C3%BCr-Katroun.jpg?resize=150%2C112 150w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI2053-Vorhut-f%C3%BCr-Katroun.jpg?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI2053-Vorhut-f%C3%BCr-Katroun.jpg?w=1280 1280w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI2053-Vorhut-f%C3%BCr-Katroun.jpg?w=1920 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1090\" class=\"wp-caption-text\">Tee trinken vor der Schlacht &#8211; ein Tobou-Krieger vor dem W\u00fcsten-Ritt (09.07.2011)<\/p><\/div>\n<p><strong>Juni\/Juli 2011: <\/strong>Endlich! Trotz des Krieges: Ein wenig Romantik &#8230; Wie funkelnde Diamanten kleben die Sterne am n\u00e4chtlichen Himmelsfirmanent. Eine rot gl\u00fchende Sternschnuppe rauscht vorr\u00fcber. F\u00fcr derartige Anblicke muss man weit fahren. Sehr weit. Mitten in die menschenleere Sahara Libyens. 1.000 Kilometer s\u00fcdlich der Oppositionshochburg Bengasi liegt die Palmen-Oase Rebianah. 3.000 Menschen leben hier, dicht bedr\u00e4ngt von den bedrohlichen Sandd\u00fcnen &#8211; und derzeit ohne Strom.<\/p>\n<p>Man fragt sich, wieso Gel\u00e4ndewagen und Laster der Aufst\u00e4ndischen sich ausgerechnet<br \/>\nhier sammeln. Die ein Dutzend Bewaffneten sind kaffeebraune Libyer vom<br \/>\nVolke der <strong>Tobou<\/strong>. Auf 350.000 Menschen wird ihre Gemeinschaft gez\u00e4hlt<br \/>\n&#8211; grenz\u00fcbergreifend, in Libyen, Tschad und Niger haben sie ihr Zuhause.<br \/>\nSeit der Februar-Revolution befinden sie sich im Krieg gegen Muammar al<br \/>\nGaddafi. <em>&#8222;Wir werfen ihm vor, dass er \u00fcber Jahrzehnte unsere Kultur zu<\/em><br \/>\n<em>zerst\u00f6ren suchte. Wir mussten Araber werden oder am Rande der<\/em><br \/>\n<em>Gesellschaft leben&#8220;<\/em>, sagt Idris Mousa al Tobawieh. Der 51j\u00e4hrige, mit<br \/>\ntraditionellem Namen Bannai Tobawieh genannt, ist Anf\u00fchrer der Gruppe<br \/>\n&#8222;M\u00e4rtyrer Ahmed Scharif&#8220;. Hier zwischen Lehmh\u00fctten und<br \/>\nDattelpalmen bereitet eine Vorhut eine Unterst\u00fctzungsmission f\u00fcr die<br \/>\nBr\u00fcder im s\u00fcd-westlichen Fessan vor. 800 Kilometer Luftlinie<br \/>\nEntfernung &#8230; dazwischen keine Menschenseele! Tobou-Milizen h\u00e4tten im<br \/>\nanderen Landesteil die Oase Gatroun und den Milit\u00e4rflughafen Al Wyg<br \/>\nunter ihre Kontrolle gebracht &#8211; und damit theoretisch auch den<br \/>\nDurchgangsverkehr Richtung Niger. Ein schwerer Schlag f\u00fcr die<br \/>\nGaddafi-Streitkr\u00e4fte, die seitdem erfolglos immer wieder zu<br \/>\nGegenangriffen ansetzten. Aber selbst in der Fessan-Hauptstadt Sabha,<br \/>\neiner der Bastionen Muammar al Gaddafis, brodele es, so Kommandeur<br \/>\nIdris. In Nacht-und-Nebel-Aktionen k\u00e4me es dort immer wieder zu<br \/>\nFeuergefechten mit Truppen der &#8222;Khataib&#8220;. Die westlichen Medien<br \/>\nnehmen von den Vorg\u00e4ngen, so fern der Mittelmeer-K\u00fcste, keine Notiz.<br \/>\n<em>&#8222;Aber&#8220;<\/em>, so gibt er ehrlich zu, <em>&#8222;wir haben in der Metropole einen<\/em><br \/>\n<em>schlechten Stand&#8220;<\/em>. Die Klans der Gaddaffa, Magarha, Warfalla und<br \/>\nHassauna st\u00fcnden hinter dem alten &#8222;Revolutionsf\u00fchrer&#8220;.<\/p>\n<p>Selbstkritische Worte. Eine Seltenheit bei den libyschen Rebellen. <em>&#8222;Wir<\/em><br \/>\n<em>sind eben anders&#8220;<\/em>. Einem Nordafrikaner, der Beethoven und Bach lauscht,<br \/>\nglaubt man dies gerne. Aber immerhin: Dass die Tobou ihre Brigade nach<br \/>\neinem wei\u00dfen Krieger des 20. Jahrhunderts benannt haben, ist in Libyen<br \/>\neine gro\u00dfe Geste. In der Hauptkeimzelle des W\u00fcsten-Widerstands, Al<br \/>\nKufrah, 120 Kilometer \u00f6stlich von Rebianah gelegen, arbeiten ihnen sogar<br \/>\neinige der sonst verfeindeten Sway zu. Das sind Araber, und die stellen<br \/>\ndie Mehrheit in den Kufrah-Oasen. In der Vergangenheit gab es jedes<br \/>\nJahr Tote durch Stra\u00dfenk\u00e4mpfe zwischen beiden Gruppen, wird berichtet.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Polizei habe stets zugunsten der Sway eingegriffen, ist von beiden Seiten zu<br \/>\nh\u00f6ren. Doch im Moment scheint &#8230; wie durch ein Wunder &#8230; zumindest an dieser<br \/>\nFront Ruhe zu herrschen.<\/p>\n<p>Die jungen Freiwilligen l\u00e4cheln elegant. Dank ihrer &#8222;Obama-farbenen&#8220; Haut<br \/>\ngl\u00e4nzen die Z\u00e4hne um so wei\u00dfer im Sonnenlicht. Barack Obama &#8211; den<br \/>\nVergleich m\u00f6gen sie hier. Der Westen ist bei ihnen angesehen. Einige<br \/>\nsprechen Englisch oder Franz\u00f6sisch. <em>&#8222;\u00dcberhaupt, wir sind keine echten<\/em><br \/>\n<em>Afrikaner&#8220;<\/em>, gibt der alte Mahmoud al Tobawieh, ein Aufseher im wei\u00dfen<br \/>\nDschalabija, zu bedenken. <em>&#8222;Zwar sind wir gute Muslime &#8211; aber unsere<\/em><br \/>\n<em>Wurzeln sind die gleichen wie jene der Tigray von \u00c4thiopien oder der<\/em><br \/>\n<em>Tutsi von Ruanda. Der antike Nahe Osten.&#8220;<\/em> Die Abneigung gegen\u00fcber<br \/>\nJuden, wie sonst \u00fcberall in Arabien anzutreffen, ist den Tobou fremd. <em>&#8222;Wir<\/em><br \/>\n<em>w\u00fcrden uns freuen, Nachkommen der alten St\u00e4mme Israels zu sein. Wir<\/em><br \/>\n<em>haben kein Problem mit dem Judenstaat, dort herrscht wenigstens<\/em><br \/>\n<em>Freiheit&#8220;<\/em>, sagt Mahmoud nachdenklich. <em>&#8222;Jerusalem ist ihre Hauptstadt, es<\/em><br \/>\n<em>steht im Koran geschrieben &#8211; aber unsere arabischen Freunde verstehen<\/em><br \/>\n<em>ihre eigenen B\u00fccher nicht.&#8220;<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_1091\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/billys-reisen.de\/?attachment_id=1091\" rel=\"attachment wp-att-1091\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1091\" class=\"size-large wp-image-1091\" title=\"DSCI1965\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI1965.jpg?resize=640%2C480\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI1965.jpg?resize=1024%2C768 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI1965.jpg?resize=150%2C112 150w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI1965.jpg?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI1965.jpg?w=1280 1280w, https:\/\/i0.wp.com\/billys-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/DSCI1965.jpg?w=1920 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1091\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Autobahn&#8220; nach Rebianah (07.07.2011)<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juni\/Juli 2011: Endlich! 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